Conny Arbes auf der Baustelle ihres Wohl-Füll-Ecks

Wohl-Füll-Eck in Wülfershausen

Conny Arbes‘ Unverpackt-Laden ist in vollem Gange

In der Findelmühlstraße in Wülfershausen, im Erdgeschoss von Cornelia und Rüdiger Arbes, ist gerade Baustelle. Durchbrüche, Kabelschächte und viel Staub. Was vor wenigen Monaten noch eine Traumvorstellung und ein entfernter Wunsch für Conny war, nimmt so langsam konkrete Formen an. In Zukunft soll in dem ehemaligen Wohnraum ein Unverpackt-Laden mit dem Namen „Wohl-Füll-Eck“ entstehen. Dort soll es, ab voraussichtlich Juli 2021, viele Produkte des täglichen Bedarfs geben – und noch mehr. In dieser Form und Angebotsvielfalt im Landkreis Rhön-Grabfeld sicher völlig einzigartig. In Großstädten ist diese Möglichkeit des Einkaufens schon seit längerem verbreitet, im ländlichen Raum findet man solche Läden bisher eher selten.

Große Auswahl

Conny will im „Wohl-Füll-Eck“ Hülsenfrüchte und Getreide, Reis, Nudeln und Nüsse, Schokolade, Müsli, Öle und Essige verkaufen. Dazu noch Kräuter, Kaffee, Tee und Hygieneprodukte wie Reinigungsmittel, Shampoos und Zahnhygiene-Artikel. Wenn möglich und verfügbar soll es regional und ökologisch erzeugt sein. Für ihren Laden strebt sie eine Bio-Zertifizierung an, welche durch eine Öko-Kontrollstelle geprüft und zertifiziert wird.

Alles was Conny mit ihrem Mann für die Kundschaft anbietet, soll möglichst wenig Verpackungsmüll produzieren und nicht der Umwelt schaden. Die Idee ist, dass die Kundinnen und Kunden beim Einkauf ihre Behältnisse von Zuhause mitbringen und sie im Laden selbst befüllen können. Wie früher. Das spart viel Plastik und Verpackungsmaterialien und sorgt auch noch für ein gutes Gefühl. Bis der Laden eröffnen kann, hat Conny aber noch viel zu tun. „Businessplan schreiben, Angebote einholen, Online-Seminare besuchen und der Austausch mit anderen Unverpackt-Läden. Das ist gerade mein Alltag.“

Vorfreude und Leidenschaft

Wie der Laden einmal aussehen soll, das weiß Conny schon ganz genau. „Hinter der Theke soll es Brote und Backwaren geben, an der Wand werden Regale und Abfüll-Säulen hängen. In der Ecke die Hygiene- und Pflegeprodukte.“ Gemeinsam mit ihrem Mann Rüdiger und der tatkräftigen Unterstützung ihrer Kinder werden die Maßnahmen koordiniert und vieles auch selbständig erledigt. Wenn Conny von ihrem Projekt erzählt, dann spürt man die Begeisterung, die Leidenschaft und vor allem die Vorfreude für dieses Projekt. Doch wie kam sie dazu, ihren Job als Finanzbuchhalterin aufzugeben und sich in völlig neue Fahrwasser zu begeben?

„Bei meinen Einkäufen achte ich schon seit vielen Jahren darauf, möglichst umweltverträglich einzukaufen. Doch unser Allgäu-Urlaub 2020 veränderte dann doch wirklich alles für mich. Zufällig sahen Rüdiger und ich einen Unverpackt-Laden und ich merkte: Das ist es! Kurze Zeit später sprach Rüdiger aus, was ich nicht für möglich gehalten hätte: Lass uns einen Unverpackt-Laden bei uns in Wülfershausen eröffnen. Ich war vollkommen baff und meine Maschinerie ging sofort los.“

Conny Arbes auf der Baustelle ihres Wohl-Füll-Ecks

„Recycling ist gut, Müll vermeiden ist noch besser. „

Von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Realisierung und dem Beginn der Baumaßnahmen durfte sich Conny Arbes über Unterstützung von der Gemeinde Wülfershausen, aus dem Freundeskreis und vom Verein HeimatUnternehmen freuen. Ihr Laden soll Connys Beitrag zum Erhalt eines lebenswerten Planeten sein. „Recycling ist gut, Müll vermeiden ist noch besser. Ich will mit meinem Projekt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger umhergehen, sondern den Menschen, die das möchten, zeigen, dass es Alternativen gibt. Beim Konsum, bei Produkten und bei der Art des Einkaufens. Mehr nicht.“ Auch wenn es noch Zukunftsmusik ist, soll es irgendwann auch ein kleines Café auf der Außenterrasse des Wohl-Füll-Ecks geben.